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DER TRIALOG: KONZEPT UND ZIEL

„Anders sein, gemeinsam leben“, unter diesem Motto trifft sich das Trialogteam, bestehend aus jüdischen, christlichen und muslimischen Schüler(inne)n und Lehrkräften einmal im Monat,- bereits seit knapp 6 Jahren. Regelmäßig werden trialogische Unternehmungen angeboten, die allen Schülern und Schülerinnen der drei Schulen offen stehen (Besuch der Gotteshäuser, Workshops zu religiös/kulturellen Themen, gemeinsames Kochen und Feiern von Festen, Kommunikationskurse). So ist der Trialog im Laufe der Jahre Teil unseres Schulalltags geworden. Er ist Bestandteil unseres Curriculums. Es werden in der Kreativleiste in den Kursen „Theater“, „Kunst“ und „Philosophie“ trialogische Themen behandelt. Mit dem Motto „Anders sein, gemeinsam leben“ wird das Ziel unserer Begegnungen deutlich: Toleranz zu lernen. Wirkliche Toleranz bedeutet, die eigene Position und ihre Grenzen zu kennen und gleichzeitig den Standpunkt des anderen zu erfahren. Toleranz bedeutet, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu wissen und diese im positiven Sinne auszuhalten. Toleranz fordert somit eine breite Kenntnis und Diskursfähigkeit. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen im praktischen Umgang miteinander und durch ein interreligiöses Kommunikationstraining, dass unterschiedliche Meinungen nebeneinander bestehen und Konflikte friedlich gelöst werden können. Sie erfahren, dass jeder von dem anderen etwas lernen kann, aber auch der Blick auf das eigene religiöse Verhalten neu geschärft wird. In einem Film, der in Eigenregie gedreht wurde, erzählen Schüler und Schülerinnen von ihrem Anders sein in Religion und Kultur und dem gemeinsamen trialogischen Leben an unseren Schulen. Eine trialogische, selbstgebastelte Skulptur steht in allen drei Schulen. Unterstützt wird unsere Arbeit durch die Herbert Quandt-Stiftung.

 

DOMBESICHTIGUNG AM 02.03.2017

Im Laufe des letzten Jahres haben die Schülerinnen und Schüler, die am Trialog teilnehmen, bereits eine Moschee und eine Synagoge erkundet. Als drittes Gotteshaus stand nun eine Führung durch den Frankfurter Dom an.

Dort erfuhren wir, wie der Dom von einer ehemals kleinen Kapelle über die Jahrhunderte immer größer ausgebaut wurde und dabei immer mehr an Bedeutung gewann. Auch besondere Orte im Inneren lernten wir kennen, wie zum Beispiel das Grab eines Mädchens oder den Aufbewahrungsort für den Schädelknochen des Heiligen Bartholomäus, durch den der Dom übrigens seinen heutigen Namen erhielt: Bartholomäuskirche. Bei der Führung wurde deutlich, dass der Dom bis heute ein Ort der christlichen und auch der historischen Identität ist.

Im anschließenden Gespräch mit dem Dekan Dr. Johannes zu Eltz lernten wir den Dom auch als Ort der Begegnung kennen, den man immer ein bisschen glücklicher verlassen soll als man ihn betreten hat. Der Dekan erklärte uns, dass ein Haus des Gebetes offen sein müsse für ein breites Spektrum an Glaubensgrundsätzen der Besucher; während die einen zur Verehrung Gottes den Kopf bedecken, nehmen andere hierzu jegliche Kopfbedeckung ab. Auch weitere Unterschiede in der Ausübung der drei Religionen, wie zum Beispiel die verschiedenen Jugendfeiern, wurden im Gespräch beleuchtet. Doch trotz aller Unterschiede müsse man sich bewusst sein, so der Dekan, dass es letztlich nicht um Kleidervorschriften gehe, sondern um das Herz.

Abschließend erfuhren wir von einer Vertreterin des Rates der Religionen, wie sich die ehrenamtlichen Mitglieder für das Miteinander der Religionen einsetzen. Die „Supervielfalt“ der Stadt Frankfurt zeigt sich in der Zusammensetzung des Rates: Zahlreiche Religionen, die sich neun Religionsfamilien zuordnen lassen, sind dort zu unterschiedlichen Anteilen vereint und treffen sich mehrmals im Jahr zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Organisation verschiedener Kooperationsprojekte – also ganz ähnlich wie unser Trialog. Am Ende dieses spannenden Tages haben wir den Dom schließlich nicht nur glücklicher, sondern auch mit vielen neuen Erkenntnissen über die eigene und die anderen Religionen verlassen.

Bericht von Nadja Beiersdorf (März 2017)

 

HOFFEST AN DER ST. ANGELA-SCHULE

Trialog-Schülerinnen engagieren sich mit viel Eifer gegen Rassismus und Vorurteile.

Bilder von Karin Hildebrandt (Juli 2016)

 

BERICHT ÜBER DEN MOSCHEEBESUCH

Am Mittwoch, den 13.04.2016, besuchte das Trialogteam, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der Lichtigfeld-, Werner von Siemens- und der St. Angela-Schule, eine Moschee in Frankfurt. Insgesamt waren wir ca. 45 Schülerinnen und Schüler, von denen die Mehrheit noch nie eine Moschee besichtigt hatte.

In Frankfurt angekommen wurden wir zunächst sehr freundlich von dem Imam der Gemeinde empfangen und begrüßt. Im Gebetsraum erläuterte er den Aufbau des muslimischen Gotteshauses, die Glaubens- und Gebetgrundsätze des Islam sowie seine Arbeit in der muslimischen Gemeinde: Der ganze Gebetsraum ist mit einem Teppich ausgelegt, dessen gleichmäßiges Muster die Ordnung der Welt widerspiegelt und als Orientierung für die gemeinsame Gebetsrichtung nach Mekka dient. Während des Gebetes oder der Predigt steht der Imam oder Hodscha vorne auf der erhöhten Stufenkanzel oder spricht in eine Wölbung in der Wand, sodass seine Stimme für alle Anwesenden gut hörbar ist. Die spezielle Gebetskleidung, bestehend aus einem langen Gewand und einem Hut, verdeutlicht dabei den Respekt des Betenden. Wegen des Bildverbotes sind die Wände des Gebetsraumes mit Schriftzeichen geschmückt. Im Anschluss beantwortete der Imam jede unserer Fragen geduldig. Als das Gespräch auf das Tragen des Kopftuches kam, setzten sich die muslimischen Mitschüler besonders engagiert für die gleichberechtigte Stellung der Frauen ein.

Mit neuen Eindrücken und Erfahrungen verließen wir nach einer guten Stunde die Moschee und gingen direkt zu dem muslimischen Bestattungsinstitut, welches im Innenhof der Gemeinde liegt. Die junge Muslima, die für die Organisation der Überführungen und Trauerzeremonien zuständig ist, erklärte uns dort den genauen Ablauf einer muslimischen Beerdigung. So erfuhren wir zum Beispiel, dass im Islam die Verstorbenen nach einer rituellen Waschung in ein Leinentuch gewickelt und ohne Sarg beerdigt werden und dass die Gräber nach Mekka ausgerichtet sind. Eine Einäscherung ist nicht erlaubt.

Beim anschließenden Auswertungsgespräch sprachen wir über die Bedeutung des Betens und religiöser Rituale für uns selbst und stellten zahlreiche Gemeinsamkeiten der drei Religionen fest. Es war ein sehr gelungener, interessanter und aufschlussreicher Ausflug, bei dem wir den Islam als liebevolle, freundliche und barmherzige Religion kennenlernen durften.

Bericht von Marie Scholz, Emma Rösch und Luise Bartl (G8c, Mai 2016)

 

NEVE SHALOM-WAHAT AL SALAM - EIN FRIEDENSDORF MITTEN IM NAH-OST- KONFLIKT

8. März 2016: Ein ganz besonderes Trialogtreffen an unserer Schule. 65 Schülerinnen und Schüler sowie acht Lehrkräfte aus unseren drei Trialogschulen warten gespannt im Bistro der St. Angela-Schule in Königstein. Beamer und Leinwand sind aufgebaut, die großen Fensterscheiben durch blaue Tücher verdunkelt – und dann kommen sie: unsere Referenten aus Israel.

Esam Hisjazi und Eden Ben Shabat, sie sind beide 21 Jahre alt und beste Freunde. Das spürt man, immer wieder. Esam ist Palästinenser, Eden Jude. Sie leben beide in Israel, wo Freundschaften zwischen Juden und Moslems selten sind.

Anschaulich und mit Leidenschaft erzählen sie von ihrem Dorf des Friedens, das mitten in Israel, zwischen Tel Aviv und Jerusalem liegt. Im Kindergarten, mit sechs Jahren begann ihre Freundschaft und hält bis heute. Mit Begeisterung berichten sie von ihrer glücklichen Kindheit in einem Dorf, in dem jüdische und palästinensische Familien miteinander leben, arbeiten, lernen und beten. „Es war ein Leben wie in einer Seifenblase, eine heile Welt, die erst zerplatzte, als ich auf die weiterführende Schule außerhalb unseres Dorfes wechseln musste. Da bemerkte ich erst, wieviel Vorurteile, wieviel Hass es zwischen Juden und Palästinensern gab“, erzählt Esam. Und Eden ergänzt: „Wir haben schon als Kinder gelernt, den Menschen zu sehen, ohne Filter. Das ist eine Grundlage, die uns unser ganzes Leben lang prägen wird. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie man auch schwierige Gespräche führen kann, ohne zu verletzen, Fragen zu stellen, statt überzeugen zu wollen.“

Sehr ernsthaft werden die beiden, als sie von der großen Bewährungsprobe ihrer Freundschaft sprechen: Im Jahr 2012 begann Eden seine dreijährige Dienstzeit in der israelischen Armee. Eine Verweigerung hätte Gefängnis bedeutet. Esam lehnt Militär entschieden ab. Beide verstehen sich als „Kinder des Friedens“. Wie kann man da gleichzeitig gegeneinander kämpfen? „Wir haben sehr viel miteinander gesprochen, wir haben einander nach und nach besser verstanden. Unsere Freundschaft ist dadurch noch intensiver geworden“, erzählt Esam.

Im Dorf kommt es auch zu diesen Diskussionen, Probleme werden nicht ausgespart, sondern miteinander gelöst. So werden z.B. alle Feiertage, die religiösen, aber auch die nationalen, miteinander gefeiert. Schwierig sind die Feiertage, die für die eine Seite einen Sieg und für die andere Seite eine Niederlage bedeuten. Sie feiern sie trotzdem – gemeinsam.

Die Religion ist es, die sie verbindet, die ihnen Kraft dafür gibt. Im Dorf gibt es als Gotteshaus einen Ort der Stille: Ein runder Kuppelbau, ohne Ecken zum Verstecken, mit viel Licht und Glas und Blick in die Landschaft Israels. Das Dorf liegt auf einem Hügel. Von dort aus hat man einen weiten Blick: Oft sehen sie in der Ferne, aber doch nicht weit weg, die Raketen, die vom Gazastreifen aus aufsteigen, aber auch niedergehen, und sie schauen dem Krieg zu.

Eden und Esam erzählen schnell und mitreißend. Ich bedauere unsere Kollegin und Übersetzerin Lina Herber, die so viele Eindrücke, humorvolle Bemerkungen und Fakten in den kurzen Gesprächslücken übersetzen muss. Alle Zuhörerinnen und Zuhörer sind hoch konzentriert. Die Schülerinnen und Schüler stellen Fragen, selbst die Jüngeren trauen sich, Englisch zu sprechen.

Beim Mittagessen im Bistro wird weiter diskutiert. Auch unsere beiden Referenten, die am Morgen noch müde von der anstrengenden Reise waren, sind hellwach und nehmen noch an den abschließenden Diskussionen teil. Alle sind angeregt und angesteckt, als die beiden endlich nach Kiel über Hamburg aufbrechen, zu neuen Vorträgen.

Wir danken Ihnen allen sehr, weil sie deutlich gemacht haben, dass es mitten im Krieg möglich ist, Frieden zu schaffen.

Bericht von Karin Hildebrandt (März 2016)

 

Einblicke in die Arbeit der Trialog-Gruppe

Von Bastian Reiländer (November 2015)

 

GEDENKFEIER ZUM 9. NOVEMBER

Die Schülerinnen des Trialog-Teams beteiligten sich am 9. November 2015 erneut an der Königsteiner Gedenkfeier. Im Kurpark der Stadt trafen sich über 50 Bürgerinnen und Bürger der Stadt am Synagogenmodell, um den ehemaligen jüdischen Bewohnern zu gedenken.

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Lichtigfeld-Schule wurde das Lied „Eli, Eli“ von Hannah Szenes auf Hebräisch gesungen. Anschließend wurde ein Gedicht vorgetragen, welches die Widerstandskämpferin während ihrer Gefangenheit im Jahre 1944, kurz vor ihrer Hinrichtung, geschrieben hat.

Bei der Gedenkfeier waren zudem Beiträge des Stadtverordnetenvorstehers Herr Robert Rohr, der Stadtarchivarin Frau Beate Großmann-Hofmann, des Vorstandsmitglieds der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Frau Margarete Nebo und des Rabbiners Andrew Steimann Teil des Programms.

Bericht von Bastian Reiländer (November 2015)

 

FILM UND FOTOS ZUR PREISVERLEIHUNG DES SCHULENWETTBEWERBS 2014/15

Hier geht es zum Film der Preisverleihung: https://youtu.be/dx-Rhuifoxs.

 

ST. ANGELA-SCHULE ERREICHT DEN DRITTEN PLATZ BEIM WETTBEWERB „TRIALOG DER KULTUREN“ DER HERBERT QUANDT-STIFTUNG

Insgesamt neun Schulen aus fünf Bundesländern hat die Herbert Quandt-Stiftung am 08. Oktober im Bad Homburger Schloss für besondere interkulturelle und interreligiöse Arbeit ausgezeichnet. Den dritten Platz im Land Hessen belegte das Trialog-Projekt, an dem die Schülerinnen der St. Angela-Schule mitgewirkt haben. Hier ein Auszug der Laudatio der Jury:

„Was mit einer ganz normalen Schulkooperation dreier Schulen begann, hat sich zu einem regelmäßig arbeitenden Trialog-Komitee von Schüler/innen der katholischen St. Angela- Schule, der jüdischen I. E. Lichtigfeld-Schule und der Werner-von-Siemens-Schule mit einem hohen Anteil muslimischer Schüler/innen entwickelt. Es sind die Schüler/innen dieser heterogenen Gruppe selbst, die, oft genug sogar in ihrer Freizeit, mit Zähigkeit und festem Willen ihr gemeinsames Projekt vorantreiben, unterstützt von Lehrkräften, die alles dafür geben, Anlässe für Begegnungen zu schaffen, in denen die Jugendlichen sich im geschützten Raum mit ihren gegenseitigen Vorurteilen auseinander-setzen und diese im vertrauensvollen Miteinander revidieren können. „Die eigene Identität und ihre Grenzen kennen und gleichzeitig den Standpunkt des Anderen zu erfahren“ ist das Ziel des Projekts „Anders sein, gemeinsam leben“. Gestärkt durch ein interreligiöses Kommunikationstrainig mit dem Ziel der gewaltfreien Kommunikation wagten es die Schüler/innen auch, sich über brisante Themen auszutauschen. Nur so konnte das starke gegenseitige Vertrauen wachsen, das die erstaunlich ehrlichen, persönlichen und privaten Statements beim Filmdreh ermöglichte. So motiviert, gelang es den Mitgliedern des Kommitees als Multiplikatoren an ihren Schulen zu wirken und die trialogische Idee dort nachhaltig verankern. Längst sind an allen drei Schulen weitere Schüler/innen mit dabei: ob in Theatergruppen, bei der Gestaltung der „Trialogshirts“, Kunstprojekten wie der Trialogskulptur, Stolpersteinverlegungen und Großveranstaltungen an allen drei Schulen oder bei der gemeinsamen Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, wie dem internationalen Mizvahday (dem Tag des Ehrenamtes), Kundgebungen des Römerbergbündnisses und Veranstaltungen der Stadt Frankfurt. Zahlreiche Unterstützer konnten gewonnen werden: z.B. das Medienzentrum, das Pädagogische Zentrum Frankfurt, das Römerberg-Bündnis und der internationale Young- Leadership-Council. Längst hat die Komitee- und Projektarbeit auf das Schulleben aller drei Schulen ausgestrahlt und viel bewirkt: trialogische Curricula sind bei allen dreien unverzichtbarer Bestandteil des Lehrplans geworden. Schon klopfen weitere Frankfurter Schulen an, wollen sich am Projekt beteiligen. So hat, was klein begann, eine große Strahlkraft in die Schullandschaft Frankfurts erreicht. Der dritte Preis in Hessen für die kontinuierliche Kooperation dreier ganz unterschiedlicher Schulen geht an die St. Angela-Schule in Königstein und die beiden Frankfurter Schulen I. E. Lichtigfeld und Werner-von-Siemens.“

Das Trialog-Team bei der Preisverleihung

Die Auszeichnung hat die Schülerinnen noch weiter motiviert, ihr erfolgreiches Projekt fortzusetzen. Schon jetzt freuen sie sich auf die bevorstehenden Treffen mit den Partnerschulen und die Umsetzung der neuen Projektideen.

Bericht von Bastian Reiländer (Oktober 2015)

 

BEWEGENDE TRIALOGISCHE FEIERSTUNDE AN DER SAS GEPRÄGT VON OFFENHEIT UND GEGENSEITIGER ACHTUNG

Am 21. Mai 2015 fand um 10:00 Uhr an der SAS eine trialogische Feierstunde mit jüdischen und muslimischen Schülerinnen und Schülern statt, zu der neben den Schulleitungen der beiden Frankfurter Trialogschulen, Vertreter der Herbert Quandt-Stiftung, der Presse, unsere gesamte Schülerschaft, sowie das Kollegium herzlich eingeladen waren.

Im Anschluss an die Begrüßungsworte von Frau Hildebrandt hat das Trialogkomitee erneut den Psalm 121 in hebräischer Sprache gesungen, dem mittlerweile eine großer Stellenwert innerhalb der Gruppe zukommt, da er zu vielen bedeutsamen Anlässen vorgetragen wird. Nach einem eindrucksvollen Theater-Schattenanspiel unseres Theaterkreativkurses und der musikalischen Darbietung der melancholisch-fröhlichen „Ballade für einen Klezmer“, vorgetragen von Herrn Tumbrink und Herrn Neeb, wurde ein erster Höhepunkt der trialogischen Arbeit dieses Schuljahrs präsentiert: Der Film „Anders sein - gemeinsam leben“. Der von den Schülerinnen und Schülern selbst gedrehte Film stellt im ersten Teil „Anders sein“ sehr anschaulich das Leben der Jugendlichen in den drei Religionen - angefangen von dem Freizeitverhalten über das familiäre Umfeld bis hin zu den Riten der Religionsausübung - dar. Im zweiten Teil „gemeinsam leben“ informiert er über die vielen gemeinsamen Begegnungen der sechs vergangenen Jahre.

Der zweite Höhepunkt, die Übergabe der drei gleichen trialogischen Skulpturen, die ebenfalls in diesem Schuljahr gefertigt worden waren, an die Schulleiterin der Lichtigfeld-Schule, Fr. Dr. Hartmann, den stellvertretenden Schulleiter der Werner-von-Siemens-Schule, Herrn Prapotny und an Herrn Zalud, schloss sich direkt an. Nach Dankesworten wurde gemeinsam ein jüdischer Tanz getanzt, der schon im Vorfeld von allen Schülergruppen eingeübt worden war. So endete diese anrührende Feierstunde für die Schulgemeinde sehr beschwingt. Die Mitglieder des Komitees, die in diesem Schuljahr ein Kommunikationstraining absolviert hatten (s. Bericht: Kommunikationstraining an der I. E. Lichtigfeld Schule in Frankfurt), leiteten verschiedene Diskussionskreise, die ca. 100 weitere, an trialogischer Arbeit interessierte, Schüler/Innen, in die Aktivitäten der Gruppe mit einbanden.

Bericht von Andrea Michael und Karin Hildebrandt (Juni 2015)

 

KADDISCH FÜR EINEN FREUND

Voller Erwartungen und mit großer Vorfreude fuhren im Rahmen des Trialogs der Kulturen am 21.04.2015 zehn Schülerinnen unseres Komites in Begleitung von 
Fr. Beiersdorf und Fr. Michael an die Werner-von-Siemens-Schule nach Frankfurt. Dort begegneten sie den jüdischen und muslimischen Schülerinnen und Schülern unserer beiden Partnerschulen des Trialogs der Kulturen, um gemeinsam den Film „Kaddisch für einen Freund“ zu sehen.

Nach einer herzlichen Begrüßung der Jugendlichen und Kollegen untereinander, hieß Herr Tilmann Stoodt, der Schulleiter der Werner-von-Siemens-Schule die Gruppe der Trialogler auf das Herzlichste willkommen und unterstrich die überaus große Bedeutung, den Einsatz für unsere Gesellschaft, die dem Projekt aus seiner Sicht zukommt.

Im Anschluss an den Film reflektierten Herr Manfred Levy, ehemaliger, langjähriger stellvertretender Schulleiter der I. E. Lichtigfeldschule, der seit 6 Jahren an das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer-Instituts abgeordnet ist, und Fr. Dr. Türkân Kanbiçak, ebenfalls Mitarbeiterin des Fritz Bauer-Instituts, den Film gemeinsam mit den Jugendlichen.
Dabei wurden einerseits Bedeutungen der Begriffe wie Kaddisch erklärt als auch unterschiedliche Rituale in den drei Religionen z.B. bei Beerdigungen, verglichen. Außerdem wurden Verhaltensweisen und Beziehungen der Filmfiguren thematisiert. Diese Runde war insbesondere von einer hoch konzentrierten Atmosphäre, großer Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt.

Zum Abschluss gab es viele verschiedene, leckere Brötchenhälften zur Stärkung.
 Auf der Rückfahrt äußerte eine Schülerin sehr treffend, dass es spürbar ist, wie nahe die Gruppe mittlerweile zusammengewachsen ist.

Bericht von Andrea Michael (April 2015)

 

KOMMUNIKATIONSTRAINING AN DER I. E. LICHTIGFELD SCHULE IN FRANKFURT

12 Schülerinnen unserer Schule machten sich gemeinsam mit Fr. v. Bredow, 
Fr. Hildebrandt und Fr. Michael am Morgen des 24.03.2015 von Königstein auf den Weg nach Frankfurt in das Philanthropin, dem Sitz der I. E. Lichtigfeldschule, um dort gemeinsam mit ihren jüdischen und muslimischen Freunden des Trialogs, ein durch Frau Rebecca Brückner (ev. Theologin und langjährige Mitarbeiterin des ICCJ) angeleitetes, professionelles Kommunikationstraining zu absolvieren.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Rafael Luwisch, der einen kurzen Vortrag über die Geschichte der jüdischen Schule in Frankfurt hielt, erarbeiteten die ca. 35 Jugendlichen in vier gemischten Gruppen, wie man Fragen an sein Gegenüber richtet, ohne Verletzungen zu erzeugen. 
Dabei ging es zunächst um die eigenen Hoffnungen und Befürchtungen. Die Gruppe stellte selbst Regeln für eine gelungene (interreligiöse) Kommunikation auf. Bei interaktiven Übungen hatten wir sehr viel Spaß und genossen mittags das koschere Essen.

Die abschließenden Worte der Schulleiterin Frau Dr. Noga Hartmann stellten die überaus große Bedeutung solcher Begegnungen für die gemeinsame Zukunft aller sehr treffend heraus.

Bericht von Andrea Michael, Karin Hildebrandt, Beate v. Bredow (April 2015)

 

MARKT DER MÖGLICHKEITEN IN BAD HOMBURG

Schülerinnen der St. Angela-Schule stellten am 06. März 2015 gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der I. E. Lichtigfeld Schule und der Werner-von-Siemens-Schule unser Trialog-Projekt auf dem Markt der Möglichkeiten in Bad Homburg vor. 10 hessische Schulen nehmen an dem Schulenwettbewerb „Trialog der Kulturen“ der Herbert Quandt-Stiftung teil und waren dazu aufgefordert, ihre Projekte zu präsentieren.

Unsere Gruppe fiel durch die einheitlichen, blauen Trialog-Shirts sofort auf:
„Anders sein – gemeinsam leben“, das Motto unserer Begegnungen seit 6 Jahren, ist auf der Rückseite der Shirts in Weiß aufgedruckt. Einen Teil der Präsentation unseres Projekts stellte Psalm 121 dar, in hebräischer Sprache gesungen. Vorher berichteten Schülerinnen und Schüler von den Höhepunkten unseres Trialogs. An unserem Informationsstand gab es u.a. selbstgebackene Plätzchen in Stern- Mond- und Kreuzform.

Neben der Tatsache, dass wir an diesem Tag besondere Freude am Präsentieren unseres Projekts hatten, waren wir sehr beeindruckt von den vielfältigen Möglichkeiten der trialogischen Arbeit und nicht zuletzt von der sehr leckeren Verpflegung während dieser Veranstaltung.

Bericht von Andrea Michael, Karin Hildebrandt, Beate v. Bredow (März 2015)

 

GEDENKEN ZUM 76. JAHRESTAG DER REICHSPOGROMNACHT IN KÖNIGSTEIN

Schülerinnen und Schüler der Frankfurter I. E. Lichtigfeld Schule und der St. Angela-Schule haben am Sonntag, den 9. November 2014 gemeinsam an der Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag der Reichspogromnacht am Modell der zerstörten Königsteiner Synagoge im Kurpark teilgenommen.

Die Gedenkstunde wurde von Vertretern der Stadt, des Vereins Christlich-Jüdischer Zusammenarbeit, der jüdischen Gemeinde Frankfurt, beider christlicher Kirchen in Königstein sowie der Schülergruppe, die sich aus der langen Zeit der Begegnung in dem Projekt „Trialog der Kulturen“ kennt, gestaltet.

Durch gemeinsames Singen und Beten hat die Schülergruppe einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen geleistet. Eine Schülerin formuliert: „Es war zwar kalt, aber in diesem Augenblick habe ich das gar nicht gemerkt, weil mich das Erlebte so berührte.“

Bericht von Karin Hildebrandt, Andrea Michael (November 2014)

 

TRIALOG – VERLEIHUNG DES FÖRDERPREISES ZUM SAALBURGPREIS

Am 21.09.2014 fand auf der Saalburg die Verleihung des Saalburgpreises und des Förderpreises zum Saalburgpreis im Rahmen des Jahresempfangs des Hochtaunuskreises statt. Wir, die jüdischen und christlichen Schülerinnen und Schüler unserer Projektgruppe „Trialog der Kulturen“, haben uns am 10. November 2013, anlässlich einer Gedenk-veranstaltung des Hochtaunuskreises zu den Novemberpogromen 1938, mit unserem Beitrag „Jüdisch-christliche Erlebnisse, Rückblick und Neuanfang“ für den Förderpreis des Saalburgpreises qualifiziert.
Nach einem herzlichen Empfang begann die Veranstaltung mit einer musikalischen Eröffnung der Youngband unserer Schule. Anschließend folgte eine Begrüßung durch den Landrat Ulrich Krebs. Vor einem weiteren musikalischen Zwischenspiel wurde die Festrede gehalten. Darauf folgte die Rede der beiden Saalburgpreisträgerinnen Margret Nebo und Angelika Rieber und die Verleihung des Preises.

Im Anschluss daran fand – für uns der Höhepunkt – die Verleihung des Förderpreises zum Saalburgpreis an unsere Projektgruppe statt. Unsere Lehrerinnen stellten die Arbeit unseres Projektes vor. Wir Schülerinnen und Schüler führten einen Dialog, der die Ereignisse, Erlebnisse und Gedanken aus den Begegnungen zwischen uns, Juden, Christen und auch Moslems, wiedergab. Zum Schluss sangen wir noch den Psalm 121 in hebräischer Sprache, den wir mit Bewegungen aus der Gebärdensprache kombinierten.

Mit einem musikalischen Ausklang und dem Schlusswort des Landrats wurden alle Teilnehmer der Veranstaltung in den Hof zu einem Sektempfang eingeladen. Es wurde Fingerfood bereitgestellt und ein großes goldenes Buch ausgelegt, in dem sich alle Preisträger verewigten. So endete der Jahresempfang bei einem gemütlichen Zusammensein. Unser Auftritt aber hatte für großes Aufsehen gesorgt. Häufig wurden wir von anderen Gästen angesprochen und über unsere Erlebnisse befragt. Besonders Eltern, die Kinder in unserem Alter haben, erzählten uns, wie froh sie wären, wenn ihre Kinder sich auch so für religiöse Themen begeistern könnten. Wir glauben aber, unser Interesse liegt weniger am Thema, sondern ist in der Begegnung selbst begründet.

Bericht von Lea Michael und Johanna Schmidt (G9b)

 

TRIALOG-NACHRICHTEN VOM KOMITEE-TREFFEN AM 07.10.2014

Zusammen mit ihren Partnerschulen nimmt die St. Angela-Schule teil am Wettbewerb der Herbert Quandt-Stiftung zum „Trialog der Kulturen“ 2014/15. Dafür wollen wir Foto-, Text- und Filmsequenzen erstellen zum Thema: „Jeder hat eine eigene Identität und vieles verbindet uns“. Wir werden Alltag und Sonntag bzw. Sabbath oder Freitag der Christen, Juden und Muslime miteinander vergleichen.

Außerdem rollt ein Kunstprojekt an: Für jede der drei Schulen wollen wir eine Skulptur herstellen. Bei der Aufstellung dieser gleichen Skulpturen an den drei Schulen feiern wir jeweils ein Fest.

Wir freuen uns auf eure Entwürfe für dieses Kunstprojekt zu unserem nächsten Treffen gleich nach den Herbstferien, am Dienstag, den 4. November 2014, um 15.00 Uhr im Café Relax.

Bericht von Beate v. Bredow, Karin Hildebrandt und Andrea Michael

 

TRIALOG - Religion kann plötzlich richtig spannend sein!

Gemeinsam mit der jüdischen I. E. Lichtigfeld Schule und der Werner von Siemens-Schule mit einem hohen Anteil muslimischer Schüler organisiert die St. Angela-Schule seit mehreren Jahren Veranstaltungen wie Kirchen - Synagogen - und Moscheeführungen, Sportfeste, Diskussionsrunden zu politischen, kulturellen und religiösen Themen. Einmal im Monat trifft sich ein Komitee aus Schülern und Lehrern und plant gemeinsam alle Unternehmungen. Inzwischen sind Freundschaften entstanden zwischen Muslims, Juden und Christen. Offen und ohne Scheu stellen sie einander Fragen und entdecken gemeinsam, dass es die selben Themen sind, die sie interessieren, die selben Sehnsüchte und Ängste - und es sind die selben Ereignisse, die sie verbinden. Die Religion hat uns zusammengeführt.

Für unser jüdisch-christliches Projekt zur Gedenkveranstaltung des Hochtaunuskreises „75 Jahre Novemberpogrome“ haben wir den Förderpreis zum Saalburgpreis gewonnen, der am 21. September 2014 auf der Saalburg überreicht wird.

Schülerinnen vom Trialog der St. Angela-Schule auf der Gedenkveranstaltung des Hochtaunuskreises
„75 Jahre Novemberpogrome“ am 10.11.2013 stellen ihr Projekt vor.
(Foto: Pfeiler, Königsteiner Woche Nr. 46 vom 14. November 2013, S. 9)

Bericht von Beate von Bredow und Karin Hildebrandt

 

 

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