Rosch ha-Schana

Wir wünschen unseren jüdischen Freundinnen und Freunden heute einen gesegneten Beginn von Rosch ha-Schana und ein gutes neues Jahr!

Wie viele Kerne hat ein Granatapfel? Unterschiedlichste Schätzungen kamen am vergangenen Freitag von Schülerinnen unserer Schule, bevor die jüdischen Schülerinnen und Schüler auflösten.
Zusammen standen sie in der Küche an der jüdischen Lichtigfeld-Schule und bereiteten Speisen zu, die an Rosch ha-Schana verzehrt werden. Das jüdische Neujahrsfest beginnt in diesem Jahr am Abend des 11. Septembers.
Die Trialog-Gruppe aus den beiden Schulen schnitt Äpfel und rollte Blätterteig-Apfelrosen, rührte Teig für Honigkuchen-Muffins und war vor allem im Gespräch. Der jüdisch-christliche Dialog, der seit Jahrzehnten die SAS und die Lichtigfeld-Schule verbindet, ist am lebendigsten, wenn die Schülerinnen und Schüler miteinander im Erleben, im Tun sind – so wie beim Kochen und Backen. Ganz nebenbei wurde an diesem Tag so gelernt, dass der Apfel für ein rundes neues Jahr steht und das süße Gebäck den Wunsch nach einem süßen neuen Jahr symbolisiert.
Der Granatapfel – hier die Auflösung – hat der Tradition nach 613 Kerne. Das entspricht genau der Anzahl der Gebote in der Tora. Es ist Brauch, an Rosch ha-Schana Granatäpfel zu essen. Man wünscht sich damit ein neues Jahr, das so reich an guten Taten ist wie der Granatapfel an Kernen.
Während ein Teil der Schülerinnen und Schüler in der Küche beschäftigt war und anhand unterschiedlich farbiger Teller, zweier Kühlschränke und einer streng zweigeteilten Küche die Speisevorschriften im Judentum kennenlernte, war ein zweiter Teil im Oberstufenraum der Schule kreativ. Es wurde geschnitten, geklebt, gezeichnet und geschrieben. So entstand ein gemeinsames Kochbuch – von den Weihnachtsplätzchen bis hin zu Kartoffellatkes zu Chanukka. Mit dem gemeinsamen Verzehr des leckeren Gebäcks und einem lebendigen Austausch an Ideen für weitere Treffen in diesem Schuljahr endete der Vormittag.
Antonia Bräutigam